Warum Kastrationspflicht?

Streunerkatzen leiden…

Katzenbesitzer, die ihre unkastrierten Katzen frei herumlaufen lassen, verursachen eine ungehinderte Vermehrung von Katzen, die zu Nachteilen für Mensch und Tier führt.

Die Nachteile für das Tier:

Der Nachwuchs der unkastrierten Katzen wird vielfach ausgesetzt und sich selbst überlassen, da er von bereits herrenlosen Katzen abstammt und selbst wiederum herrenlos ist.

Unterernährung bis zum Verhungern sowie ein hohes Infektionsrisiko mit lebensbedrohlichen Erkrankungen (Katzenleukose, Katzenschnupfen, FIP). Sie verenden jämmerlich mit Schmerzen irgendwo in der Kälte.

Die trotz dieser Erkrankungen überlebenden Tiere verwildern und vermehren sich, sodass das Leiden der Tiere fortgesetzt wird. Mit der Zunahme der erkrankten Katzen, steigt auch die Gefahr von Erkrankungen für bisher gesunde Freigängerkatzen.

Die Katzenüberproduktion führt auch zu einer Zunahme tierquälerischer Haltung, weil vermehrt Katzen in inkompetenten Händen landen. Das hat zur Folge, dass die Tiere unter Inanspruchnahme behördlicher Hilfe aus den Haushalten geholt werden müssen. Dies erfolgt aber häufig zu spät, sodass oft nur kostspielige Tierarztbehandlungen diese Tiere rettet oder diese schlimmstenfalls eingeschläfert werden müssen.

Eine hohe Population von verwilderten Hauskatzen berechtigt Jäger zum Abschuss (über 500.000 Katzen jährlich). Darunter kann allerdings auch eine geliebte und schmerzlich vermisste Hauskatze sein. Tierquälerische Entsorgungen von unerwünschtem Nachwuchs durch Ertränken oder Erschlagen sind zudem immer noch an der Tagesordnung. Das verstößt im Übrigen gegen das Gesetz!

§1 Tierschutzgesetz: „Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“

Die Nachteile für den Menschen:

Einige Infektionserreger könnten (auch durch Mutationen) auf den Menschen übertragen werden und dort ebenfalls zu Erkrankungen führen. Die Ausscheidungen der zahlreichen Katzen stellen eine hygienische Zumutung für z.B. Kinderspielplätze, Gemüsegärten, Parks und Liegewiesen dar.

Dank des intensiven Engagements von Aktion Tier hat Paderborn als erste Stadt in Deutschland im Jahr 2008 eine entsprechende Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Privatkatzen ab dem 5. Monat erlassen, welche bereits nach kurzer Zeit messbare Erfolge verzeichnete. Über 90 Städte und Gemeinden sind inzwischen dem Beispiel gefolgt, weitere wollen nachziehen. Österreich und Belgien machen es vor. Seit dem 01.01.2015 ist die Katzenkastration in Österreich Pflicht. Dort sind Tierhalter, insbesondere landwirtschaftliche Betriebe, Reiterhöfe vonseiten der Bundesebene verpflichtet, Ihre Katzen kastrieren zu lassen.

Ziel ist der Schutz der Bevölkerung vor Gesundheitsgefahren wie auch der Schutz der streunenden Katzen, der Schutz der mit Ihnen in Berührung kommenden Hauskatzen und der Schutz anderer Tiere vor Schmerzen und Leiden; dieses Ziel ist sowohl einfachgesetzlich als auch in Art. 20a GG verankert.

Katzen – und insbesondere verwilderte Hauskatzen – sind dämmerungsaktiv! Was tagsüber gesichtet wird, sind im Normalfall Freigänger/Hauskatzen. In der Nacht kommt das wahre Ausmaß zum Vorschein. Geschätzte 2 Millionen (!) wilde Katzen leben in Deutschland.